Winemaker FocusFirst

Es ist Januar und das bedeutet für Winzer: Rebschnitt Zeit. Das ist der Moment bei dem die Schere in die Hand genommen wird und bei Eiseskälte auf dem Weinberg die Weinrebe geschnitten wird. Die Weinrebe zu schneiden ist eine Wissenschaft für sich. Über das Jahr hinweg wachsen die einzelnen Triebe und werden dann im Januar so zurückgeschnitten, dass es wirtschaftlich ist. Das alles lerne ich von Corinna. Sie ist Winzerin in der vierten Generation im Rheingau. Bei ihr mache ich momentan aus reiner Neugier eine Kurz-Ausbildung zum Winzer. .

Der Rebschnitt interessiert mich besonders. Warum? Weil es mehr über Führung beibringt als so manches Führungskäfte-Seminar (Ja, und Wein schmeckt noch dazu).

Was hat das ganze nun mit Führung zu tun? Fangen wir vom Ziel rückwärts an. Ziel des Winzers ist es eine gute, wirtschaftliche, kontrollierbare Weinqualität zu erhalten. Das Ziel vom Prozess-Schritt „Rebschnitt“ ist es also so viele Triebe abzuschneiden wie möglich und nur 1-2 Triebe übrig zu lassen. Am liebsten diese 1-2 Triebe, die schon nach oben zeigen, denn die Weinrebe strebt aus Natürlichkeit in Richtung Licht. Diese 1-2 Triebe sollten nah am Stamm sein, damit die Nährstoffe am schnellsten in diese Triebe kommen, und später in die Weintrauben. Das macht auch Sinn: Der Boden gibt eine bestimmte Menge an Nährstoffe in den Rebstock und letztendlich in die 1-2 Triebe. Die übrigen, abgeschnittenen Triebe werden gehäckselt und kommen auf den Boden, um weitere Nährstoffe für diese 1-2 ausgewählten Triebe zu geben. Resultat: Qualitäts-Wein. Vor allem: kontrollierte Qualität.

Was beim Wein der Rebschnitt ist, ist in der Führung der Fokus. Am Ende erhalten wir höhere, kontrollierte Qualität. Hier die drei Punkte, die ich von Winzern über Rebschnitt gelernt habe.

  1. Fokus auf 1-2 Triebe
    Beim Rebschnitt werden außer 1-2 Triebe alles abgeschnittten. Wie viele Projekte, Ziele, Themen jonglieren wir gleichzeitig als Führungskräfte? Wieviele unserer Projekte zahlen wirklich auf das eine Ziel ein? Haben wir überhaupt dieses eine Ziel? Denn wenn nicht, woher wollen wir wissen, welche Projekte uns helfen erfolgreich zu sein? Schritt eins ist also kristallklar über das eine Ziel zu sein, was wir erreichen wollen. Gehen wir nun jetzt allerdings mal davon aus, dass das bei uns bereits der Fall ist. Im nächsten Schritt nehmen wir uns dann vor, welche unserer ganzen Themen wirklich auf dieses eine Ziel einzahlen. Was passiert mit den anderen Themen? Rebschnitt. Die abgeschnitteten Themen geben allerdings wieder neue, stärkere Energie für die ausgewählten, fokussierten Themen. Das gelingt uns vor Allem mit einer transparenten, klaren Kommunikation in unserer Organisation.
  2. Nah am Stamm
    Die 1-2 Triebe sollen nah am Stamm sein. Warum? Damit die Nährstoffe schneller in diese 1-2 Triebe kommen. Ohne Umweg, ohne Nährstoffe zu verschwenden. Übertragen in die Leadership Welt: Wie nah sind die wichtigsten Projekte bei uns Führungskräften? Wir brauchen die Projekte nicht selbst zu führen, allerdings dürfen wir sicherstellen genügend Aufmerksamkeit dafür zu geben; die Gesamt-Reise zu steuern. Enge, häufige Abstimmungen sind dafür erfolgsentscheidend. Wir wissen als Führungskräfte: Alles was wir tun „wirkt“. Und es hat eine starke Wirkung sobald wir uns für die wichtigsten 1-2 Themen viel Zeit nehmen. Was für die 1-2 Triebe der schnelle Zugang zu den Nährstoffen sind, ist in der Business-Welt unsere Zeit. Wählen wir sie bewusst.
  3. Nährstoffe und Streben zum Licht
    Eins ist im Weinberg essentiell. Die Qualität des Bodens bestimmt zum großen Teil die Qualität des Weins. Wenn ich toxische Mittel auf dem Boden verteile, dann gehen die Rebstöcke ein. Ergo kein Wein. Wenn ich den Boden nicht pflege, dann sind zu wenige Nährstoffe im Boden, die an die Rebstöcke weitergegeben werden können. Ergo kein oder schlechter Wein. Nun haben wir allerdings gelernt, dass die Weinrebe von Natur aus stets Richtung Licht streben. Übertragen in die Führungs-Welt: Was können wir tun, damit die Kultur nicht toxisch ist, sondern die Energie gibt, die wir selbst und unsere Team Member benötigen? Denn wir streben alle von Natur aus stets Richtung Licht. Ich bin der festen Überzeugung, dass es keinen Mensch auf der Welt gibt, der sich denkt: „Spitze, heute ist Montag – heute will ich mich besonders schlecht fühlen.“. Was können wir als Führungskräfte also tun, damit unsere Teams die notwendige Energie haben, um zum Licht zu streben UND wir dabei sicherstellen, dass es eine gute, wirtschaftliche, kontrollierbare Qualität erreicht? Mit Inspiration und einer gesunden, zielgerichteten Kultur. Inspiration treibt uns Menschen an Energie für ein Thema aufzubringen, und wenn dann noch zusätzlich das Ziel klar ist: Das beschleunigt die Zielerreichung und auf dem Weg macht es auch noch Freude. Freude, unser Nährstoff, um dranzubleiben bei großen Zielen.

Eins gibt es allerdings noch zu klären: Was passiert wenn es keinen Rebschnitt geben würde? Nun, dann würden diese Nährstoffe in alle vorhandenen und tagtäglich neuen Triebe gehen. Resultat? Unkontrolliertes Wachstum, viel mehr Resourcen (z.B. Wasser) wird benötigt. Die Beeren werden kleiner, die Schale wird härter und sie schmecken bitter. Es ist eher Quantität, statt Qualität. Kommt Ihnen bekannt vor? Dann wissen Sie ja was zu tun ist: Rebschnitt. Fokus.

Viel Erfolg dabei und wenn Sie Unterstützung bei der Definition des Ziels, das Ausrichten aller Themen und das inspirieren der Teams benötigen, melden Sie sich gerne unter hello@focus-first.com – hello@focus-first.com – denn darauf sind wir spezialisiert. Das können wir gut. Das lieben wir.

It’s possible. Stay focused.

Ihr René Esteban
Gründer, Geschäftsführer von FocusFirst®
Transformation and Change Management Beratung

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